ein Youth Meeting aus Küchensicht

8 Tage kochen für rund 40 Personen – nein, ich erzähle nicht darüber, wie viele Kilogramm “Material” man dabei bewegt. Ich mag davon erzählen, wie sich einander völlig fremde Participants, einige davon mit ganz schönen Berührungsängsten, näher gekommen sind. In CISV ist es üblich, dass beim Essen die Gruppe bewusst “durchgemischt” wird: jeder Teilnehmende zeichnet sich ein Tischset, vor jedem Essen werden die bunt durcheinandergewürfelt auf die Plätze verteilt, und dann muss man dort sitzen, wo das “Schicksal” einen hingesetzt hat. Das bedeutet beim allerersten Abendessen viel Ruhe, vereinzelt gibt’s ein paar Mutige, die dann auch das Tischgespräch dominieren, an anderen Stellen bemühen sich engagierte Leader, die Jugendlichen zur Konversation zu motivieren. Erfahrene CISVer reißen typische Rituale an, denen die Hälfte der Anwesenden mit großen Augen folgt. Manchen sieht man die Erleichterung an, als sie wieder in ihre Delegation “zurück dürfen”.

Die Veränderung ist von da an von Mahlzeit zu Mahlzeit hin spürbar. Wo am ersten Abend die Delegationen noch “nationenrein” in den Speisesaal kommen, gibt’s immer gemischtere Gruppen und Grüppchen. Die Gespräche werden lebhafter, die Rituale werden lauter und intensiver, “Insider” schleichen sich ein. Das Camp wächst zusammen. Und dann kümmert sich der Däne um die weinende Französin, der Mexikaner lacht zu den Scherzen einer Österreicherin, die Spanierin trägt das Häferl für die Amerikanerin mit der verletzten Hand.

Die letzte Mahlzeit pendelt zwischen lebhafter und gedrückter Stimmung. Die Jugendlichen genießen die letzten Momente und wissen gleichzeitig, bald ist es vorbei. Und die Küchenfrau zerdrückt eine Träne 🙂