CO2 Kompensation in CISV Austria

1: Warum Emissionen kompensieren?

Sustainable Development ist eine der Content Areas, der Grundpfeiler von CISV. Wir arbeiten für Kinder und Jugendliche – für den Frieden. Fakt ist, dass die Klimakrise eine Bedrohung für den Weltfrieden darstellt und so bald als möglich konkrete Maßnahmen getroffen werden müssen, um eine größere humanitäre Krise abzuwenden. Fakt ist, dass CISV direkt betroffen ist. Inhaltlich und ganz besonders organisatorisch – weil ohne das Fliegen der essentielle internationale Part wegfallen würde. Natürlich bleibt uns die Option offen, „business as usual“ weiter zu betreiben – auf Kosten von denjenigen, für die wir den Rest unserer Arbeit machen. Kurzfristig können und sollten wir also das tun, was uns möglich ist. Einen Teil der Kosten jetzt schon zu übernehmen – durch Flugkompensation. Nicht, weil wir damit dann „aus dem Schneider sind“. Es bleibt wichtig, diesen Schritt in ein Gesamtpaket an Maßnahmen einzubauen, ein Gesamtpaket für dessen Umsetzung wir alle verantwortlich sind. Wir müssen uns bei jeder Entscheidung fragen, ob wir die nachhaltigste Option wählen. Damit wir nicht unsere eigene Arbeit zunichte machen.

2: Was ist das „Gesamtpaket“?

Das Kompensieren soll Teil unserer Strategie sein, CISV nachhaltiger zu machen – nicht das Ziel. Es soll uns sensibilisieren und motivieren, mehr zu tun. Es soll eine moralische Verpflichtung sein gegenüber den Eltern, den Teilnehmer*innen und am Schluss uns selbst. Es soll uns zu Verantwortlichen für die Konsequenzen machen, von denen wir wissen, dass wir sie hervorrufen. Dazu gehören selbstverständlich nicht nur Flüge – dazu gehören sämtliche Praktiken: vom Kauf der Merchandise zum Essen auf den Camps. Es mag umständlicher sein – aber es wird auch nicht weniger umständlich, denn irgendwann wird „nichts tun“ auch keine Möglichkeit mehr sein. All die Maßnahmen, die uns noch eingefallen sind, findet ihr in den „Hosting Sustainability Guidelines“.

3: Wie haben wir unsere Emissionen berechnet?

Die Emissionen wurden an Hand der Website “distance.to” berechnet. Es wurde als Start das jeweilige Chapter eingegeben und als Ziel das Land in dem das Camp stattgefunden hat.

z.B.:
Start: Österreich, Wien
Ziel: Belgien, Brüssel, Distanz “Air Line” : 902.17 km.
Das bedeutet, dass bei der Distanz auf die Flugentfernung geachtet wurde. Die Distanzen innerhalb von Österreich wurden nicht berechnet, sondern in der Spalte “KM” eine “0” eingegeben.
Anhand der KM konnten wir dann die jeweiligen Camps zu “ Kurz,- Mittel, und Langstreckenflüge” einordnen.

4: Wie können wir sicherstellen, dass die Emissionen, für die wir zahlen, wirklich aus der Atmosphäre entfernt werden? Wie können wir sicherstellen, dass das nicht ohne unseren Beitrag passiert wäre?

Die Projekte sind nach dem Gold Standard zertifiziert, und müssen die sogenannte Zusätzlichkeit (engl. Additionality ) nachweisen. Das bedeutet, dass die entsprechende CO2-Reduktion ohne das Projekt nicht stattgefunden hätte (siehe https://www.atmosfair.de/de/standards/zulassung_und_standards/)

5: Für welches Projekt haben wir uns entschieden und warum?

Wir haben uns für die deutsche Non-Profit-Organisation atmosfair entschieden. Diese zertifiziert all ihre unterstützten Projekte nach dem Gold Standard , einem strengen Klimaschutzstandard, der die Qualität der unterstützten Projekte sicherstellt. Über 90% der an atmosfair gespendeten Gelder gehen direkt an Klimaschutzprojekte.

6: Warum sollten wir nicht gleich heimische Initiativen unterstützen?

Natürlich wäre es wortwörtlich naheliegend, Projekte in Österreich finanziell zu unterstützen. Ob das den gleichen Effekt hat bleibt jedoch ungewiss: Meist sind die Projekte hier nicht international zertifiziert und wir könnten nicht garantieren, dass diese Projekte nicht ohnehin (ohne unserer Unterstützung) zustande gekommen wären. Zu guter Letzt wollen wir mit gutem Beispiel voran gehen – durch unsere verinnerlichte „global awareness“ sollten wir Probleme aufzeigen und Leute um uns inspirieren – nicht die Arbeit für sie machen.

7: Wie wird in den Projekten mit potentiellen Risiken umgegangen?

Internationale Standards wie der Gold Standard oder VCS beinhalten sogenannte Puffer, damit potentielle Gefahren wie die Verlagerung von Emissionen und politische, umweltschädigende oder Management-interne Risiken abgedämpft werden können. Diese Puffer garantieren, dass das die Arbeit des Projekts (zum Beispiel bei einem Waldbrand) nicht hinfällig wird. Sie können jedoch nur abgedämpft – nie vollkommen ausgeschlossen werden (aber das wissen wir aus dem CISV-Risk Management ja auch). Risiken werden bei Atmosfair so: so gut als möglich abgesichert. Dafür wird natürlich auch ein gewisser Preis verlangt, der in Hinsicht darauf nachvollziehbar ist.

8: Was können wir jetzt von uns behaupten? Sind wir klimaneutral oder klima-negativ? Wie können wir Greenwashing vermeiden?

Jetzt, wo wir wissen, wozu wir uns verpflichten, warum und mit welchen Sicherheiten wir das tun, müssen wir es auch richtig kommunizieren. Wichtig ist, dass wir alle im Hinterkopf behalten WAS genau wir berechnet haben (Frage 3) und somit kompensieren, WIE genau wir das tun (Frage 5) und im Rahmen welches Gesamtpakets (Frage 2) wir es tun. Da wir für die Hosting-Procedures „nur“ Guidelines zur Verfügung stellen, können wir also weder behaupten, klimaneutral zu sein, geschweige denn klimanegativ. Das wäre Greenwashing. Wir können garantieren, dass wir so viel tun als möglich, unsere Flugreisen tatsächlich klimaneutral sind und wir uns laufend dazu verpflichten, noch nachhaltiger zu werden.